Groove - Motherboard - Granularism
von Frank P. Eckert
Zwölftonmusik, also genau die von Arnold Schönberg, Anton Webern und anderen Anfang des 20. Jahrhunderts vorgeschlagene musikalische Revolution, hat heute nicht gerade den Ruf, besonders zugänglich zu sein. Das ist aber kein ehernes Naturgesetz, sondern eine historisch begründete Konvention. Dass es eben auch anders geht, zeigt uns niemand Geringeres als Biosphären-Retterin Chris Korda. Für Granularism (Kevorkian Records, 8. Dezember) hat sie spezifische Techniken von Komposition und Sounddesign entwickelt, die dem Prinzip der gleichberechtigten und gleichmäßigen Verteilung von Noten im tonalen Spektrum die Schärfe und Dissonanz nehmen. Umgesetzt mit polyphonen Synthesizern oder mit dem Klavier entstehen hochinteressante Soundscapes, die außerhalb aller Konventionen von Neoklassik oder Dark Ambient spielen, aber eben als angenehm wahrgenommen werden können. Wie das funktioniert, lässt sich hier nachlesen. Nur so viel: es funktioniert.
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